Tag der Erwerbslosen am 02.Mai, nahezu unbekannt

Seit 14 Jahren begehen verschiedene Erwerbslosen AktivistInnen am 2. Mai den Tag der Erwerbslosen nahezu unbemerkt.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Weg mit Hartz IV NRW findet dies schade.

Nicht etwa, dass wir die Auffassung vertreten, dass Erwerbslosigkeit ein Grund zum Feiern wäre, sondern weil wir es für nötig erachten zumindest an einem Tag im Jahr derer zu gedenken, die keiner Erwerbsarbeit nachgehen und von der Gesellschaft gerne vergessen werden.

Wir bemerken das Erwerbslosen zunehmend Verachtung entgegengebracht wird, und fragen uns was die Ursachen hierfür sind.

Robert Schwedt, Mitglied im SprecherInnerat der Bundesarbeitsgemeinschaft Hartz IV meint dazu,

„Erwerbslosigkeit ist etwas das jede und jeden treffen kann. In unserer Gesellschaft die auf die Erwerbsarbeit fixiert ist, wird Erwerbslosigkeit als Schande empfunden.

Ich empfinde es als Schande das Millionen Menschen von der Erwerbsarbeit, und somit aus unserer Gesellschaft ausgegrenzte werden, weil es angeblich nicht genug Arbeit für alle gibt.“Wobei, Arbeit ist genug da, sie ist nur falsch verteilt.Im Jahr 2017 leisteten die Erwerbstätigen in Deutschland 925 Millionen unbezahlte Überstunden.Würde man diese Überstunden in Arbeitsplätze umsetzen könnten auf einen Schlag ca. 433 Tausend Arbeitsplätze geschaffen werden.

Was jedoch fehlt ist der politische Wille, die Arbeitgeber die diese Überstunden von ihren MitarbeiterInnen unbezahlt einfordern, in die Pflicht zu nehmen neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Daher sollten wir nach dem 1 Mai, dem Tag der Arbeit, am 2. Mai nicht nur feiern, sondern auch überlegen wie man mehr Menschen in die Erwerbsarbeit bringen kann, die man tags zuvor hochgelobt hat.

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