Besuch bei der Tafel

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Die 1. Vorsitzende der Aachener Tafel Frau Schlockermann hat am Sonntag noch auf unsere Anfrage geantwortet, und uns zu einem Gespräch am Montag eingeladen, das Agi und ich gerne wahrgenommen haben.
Es war ein sehr langes Gespräch, über anderthalb Stunden, so dass ich es natürlich nicht im Wortlaut darstellen kann. Daher fasse ich die wichtigsten Punkte zusammen.

Die Aachner Tafel, genau wie die Tafeln in Heinsberg und Düren haben das „Angebot“ der „Partei“ Die Rechte erhalten, sehen jedoch keinen Bedarf an Schutz, und möchten dieser „Partei“ keine medienwirksame Plattform durch eine Stellungnahme bieten.

Die Tafel Aachen führt nicht Buch darüber welche Staatsangehörigkeit ihre „Kunden“ haben, oder vermerkt diese auf den Kundenkarten.

Sie haben auch nicht vor die Ausgabe von „Lebensmitteln“ von der Nationalität abhängig zu machen.

Im Gespräch wurde die Arbeitsweise der Tafel vorgestellt, über das menschliche Miteinander der TafelhelferInnen und der TafelkundInnen, und die Alterstruktur gesprochen. Immer mehr ältere Menschen müssen zur Tafel. Das zeigt, dass die Altersarmut in Aachen, wie auch in Deutschland, deutlich zugenommen hat. Es wurde betont, dass die Tafeln nicht dazu in der Lage sind die Menschen die zu ihnen kommen zu ernähren, sondern es ihnen nur ermöglichen den unzureichenden Regelsatz etwas aufzustocken.

Probleme mit jungen migrantischen Männern hat es laut Aussage von Frau Schlockermann noch nicht gegeben, was ich nicht zuletzt auf die Empathie zurückführe mit der die MitarbeiterInnen der Aachner Tafel vorgehen.

Die Aachener Tafel würde lieber heute als morgen ihre Arbeit einstellen, wenn die sozialen Verhältnisse dies zulassen würden.
Sie sieht hierbei die Politik, also auch uns, in der Verantwortung diese Verhältnisse zu verändern.
Sie sieht hierzu jedoch auf absehbare Zeit keinen politischen Willen der Regierungsparteien, oder eine Mehrheit in der Bevölkerung, diese Verhältnisse zu ändern.
Auch beklagt sie die fortschreitende Neoliberalisierung unserer Gesellschaft, in der jeder und jede zuerst an sich denkt, und nach dem Motto verfährt „Nach oben buckeln, nach unten treten“.

Wir haben das Gespräch gestern als sehr angenehm empfunden und sind davon überzeugt, dass bei der Aachener Tafel Vorkommnisse wie in Essen undenkbar sind.

Wir möchten uns ausdrücklich bei der Aachener Tafel für dieses Gespräch bedanken.

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